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25.09.2026

Versicherungswirtschaft drängt auf weitere Reformen der Altersvorsorge

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist für eine Fortsetzung der geplanten Reformen bei gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge. Besonders bei kleinen Unternehmen sieht die Branche Nachholbedarf bei der Verbreitung von Betriebsrenten.

Der vorliegende Referentenentwurf sieht unter anderem eine Begrenzung von Frühverrentungsmöglichkeiten, die Abschaffung der Rente mit 63 und eine stärkere Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung vor. Dadurch soll die gesetzliche Rentenversicherung langfristig finanziell stabilisiert werden. Die Versicherungswirtschaft plädiert dafür, einen daraus entstehenden finanziellen Spielraum für den Ausbau kapitalgedeckter Vorsorge zu nutzen.

Auch bei der betrieblichen Altersversorgung sieht die Branche erheblichen Handlungsbedarf. Nach ihren Angaben verfügen derzeit 18,1 Millionen Beschäftigte über eine Anwartschaft auf eine Betriebsrente. In Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten liegt die Verbreitung demnach bei 86 Prozent. In Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten hat dagegen nur etwa jeder vierte Beschäftigte eine betriebliche Altersversorgung.

Als mögliche Lösung wird ein standardisiertes Basisprodukt vorgeschlagen, das auf einer Direktversicherung aufbaut und beim Wechsel des Arbeitgebers mitgenommen werden kann. Eine zentrale Plattform soll kleine Unternehmen bei Verwaltung und Abwicklung entlasten. Ab dem 8. Oktober soll dazu ein Sozialpartnerdialog beginnen.

Das bereits beschlossene Altersvorsorgereformgesetz soll die zusätzliche private Vorsorge künftig neu ordnen. Für Neuverträge wird das bisherige Riester-System abgelöst. Stattdessen sollen verschiedene Anlage- und Garantiekonzepte zur Auswahl stehen. Produkte mit einer garantierten Mindestauszahlung bleiben möglich. Bestehende Riester-Verträge können fortgeführt werden. Die Versicherungswirtschaft bereitet neue Angebote zum 1. Januar 2027 vor.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Reform vor allem mehr Auswahl, aber auch eine größere Notwendigkeit, Produkte miteinander zu vergleichen. Garantieversprechen können die Sicherheit erhöhen, zugleich aber die Renditechancen begrenzen. Kapitalmarktorientierte Varianten bieten möglicherweise höhere Ertragschancen, unterliegen aber stärkeren Schwankungen. Entscheidend sind unter anderem Kosten, Garantien, Vertragslaufzeit, Flexibilität, steuerliche Förderung und die Gestaltung der späteren Auszahlung. Haben Sie Fragen zur finanziellen Vorsorge im Alter? Wir beraten Sie dazu gerne.