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14.07.2026

Fünf Jahre nach der Ahrtalflut: Versicherer fordern mehr Tempo bei Prävention und Klimafolgenanpassung

Fünf Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal warnt der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) davor, die Ereignisse von 2021 als regionale Ausnahme zu betrachten. 

Extremwetterlagen können auch andere Regionen Deutschlands treffen. Der Verband fordert mehr Investitionen in Prävention, Hochwasserschutz und Klimafolgenanpassung. Im Landkreis Ahrweiler wurden seit der Flut Warnsysteme modernisiert, Brücken neu gebaut und Flussläufe verbreitert und renaturiert. Doch der Wiederaufbau zeigt, wie langwierig wirksamer Hochwasserschutz ist. Große Rückhaltebecken und zusätzliche Retentionsflächen brauchen Jahre bis zur Fertigstellung und können vielfach nur mit Unterstützung von Bund und Land umgesetzt werden.

Naturgefahren verursachten 2025 in der Sachversicherung Schäden von rund 1,4 Milliarden Euro, davon entfielen 400 Millionen Euro auf Überschwemmungen und Starkregen. Im Jahr 2024 lagen die versicherten Schäden bei 4,7 Milliarden Euro, davon 2,8 Milliarden Euro auf Elementargefahren sowie 1,9 Milliarden Euro auf Sturm und Hagel. Seit Beginn der GDV-Erhebungen im Jahr 2002 haben Elementarschäden durchschnittlich rund zwei Milliarden Euro pro Jahr verursacht. Selbst ohne die Ahrtalflut liegt der Durchschnitt noch bei rund 1,5 Milliarden Euro.

In der Wohngebäudeversicherung sind Schäden durch Sturm und Hagel in der Regel automatisch mitversichert. Für Schäden durch Überschwemmung, Starkregen und andere Elementargefahren ist jedoch ein zusätzlicher Versicherungsbaustein erforderlich. Ende 2025 hatten ihn rund 59 Prozent der Wohngebäude in Deutschland abgeschlossen – ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Besonders stark stieg die Versicherungsdichte in den von der Flut betroffenen Bundesländern: In Nordrhein-Westfalen von 47 Prozent im Jahr 2020 auf 65 Prozent Ende 2025, in Rheinland-Pfalz von 37 Prozent auf 59 Prozent.

Der GDV sieht in einer isolierten Pflichtversicherung gegen Elementarschäden keine Lösung. Eine solche würde zwar die Versicherungsdichte erhöhen, aber zentrale Fragen der Prävention, der Hochrisiken und der Absicherung außergewöhnlicher Extremereignisse nicht lösen. Erforderlich sei stattdessen ein Gesamtsystem.