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06.01.2026

Marode Infrastruktur durch Sensorik günstig schützen

Der Sanierungsstau bei deutschen Brücken und Schienen belastet nicht nur die öffentlichen Haushalte, sondern erhöht auch das Risiko für Versicherungen. Neue, kostengünstige Überwachungstechnologien könnten künftig helfen, Schäden früh zu erkennen und Haftungsfragen klarer zu regeln.

Der Einsturz der Dresdner Carolabrücke 2024 hat die Dringlichkeit des deutschen Infrastrukturproblems verdeutlicht: Rund 8.000 Autobahnbrücken und 18.000 Schienenkilometer gelten als sanierungsbedürftig, der Investitionsstau wird auf bis zu 100 Milliarden Euro geschätzt. Bisher fehlt es oft an kontinuierlichem Monitoring, das frühzeitig auf Schäden hinweist – auch weil spezielle Sensorik teuer und der Markt dafür klein ist.

Forschende des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS setzen auf eine kostengünstige Alternative: Robuste Radarsensoren aus dem Automobilbereich, die ursprünglich für autonomes Fahren entwickelt wurden. Diese Sensoren können Vibrationen, statische Verschiebungen und Materialermüdung an Bauwerken messen – und so die Lebensdauer verlängern sowie Sanierungen gezielter planbar machen. Für Versicherungen könnte dies langfristig bedeuten, dass Risiken besser kalkulierbar und Haftungsfragen bei Schäden klarer zuzuordnen sind.

Aktuell arbeiten die Experten daran, die Sensorik für das sogenannte „Structural Health Monitoring“ (SHM) anzupassen. Die Technologie soll künftig helfen, Schäden an Brücken oder Schienen früh zu erkennen und die Sicherheit zu erhöhen. Für Bauherren, Betreiber und Versicherer könnte dies eine wichtige Grundlage sein, um Sanierungsbedarfe und mögliche Haftungsrisiken besser einzuschätzen.