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17.10.2026

Batteriebrände belasten Recyclingwirtschaft und erschweren Versicherungsschutz

Brände in Entsorgungs- und Recyclinganlagen haben sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht. Verbände fordern deshalb eine bessere Rückgabe von Batterien, mehr Herstellerverantwortung und tragfähige Versicherungslösungen für betroffene Unternehmen.

Eine Studie zu Brandereignissen in der Entsorgungswirtschaft kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Brände und gefährlichen Hotspot-Ereignisse zwischen 2021 und 2025 deutlich gestiegen ist. Untersucht wurden 181 Entsorgungs- und Recyclinganlagen. Die dort festgestellten Schäden werden auf etwa 250 bis knapp 400 Millionen Euro geschätzt.

Mehr als die Hälfte der untersuchten Anlagen war zuletzt von einem Brand oder einem gefährlichen Hitzeereignis betroffen. Besonders häufig traten Vorfälle in Anlagen zur Behandlung von Leichtverpackungen sowie Rest- und Gewerbeabfällen auf. Der Anteil der Ereignisse, die nach Verbandsangaben auf Lithium-Ionen-Batterien zurückgeführt werden, stieg im Untersuchungszeitraum von rund 63 auf 73 Prozent.

In vielen Fällen entstanden die Brände bereits vor der eigentlichen Aufbereitung, etwa bei der Anlieferung, in Lagern, Bunkern oder Sammelfahrzeugen. Als Ursache gelten häufig falsch entsorgte Batterien und batteriehaltige Geräte. Die geschätzten Schäden durch Brände mit Lithium-Ionen-Batterien belaufen sich laut Studie auf 200 bis 320 Millionen Euro. Neben Sachschäden wurden auch Betriebsunterbrechungen, Feuerwehreinsätze und weitere wirtschaftliche Folgen berücksichtigt.

Die Verbände fordern eine bessere Erfassung und Rückgabe von Altbatterien, mehr Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher und eine stärkere Beteiligung der Hersteller an der Brandprävention. Als mögliche Instrumente werden unter anderem ein herstellerfinanzierter Präventions- und Ausgleichsfonds sowie ein Pfandsystem für Batterien genannt. Auch ein Verbot bestimmter Einweg-E-Zigaretten wird gefordert.

Parallel verschärft sich der Versicherungsschutz für Recyclingunternehmen. Nach Angaben des Bundesverbands Sekundärrohstoffe und Entsorgung steigen Prämien und Selbstbehalte, während sich einzelne Versicherer teilweise aus dem Markt zurückziehen. Für Unternehmen kann dies zu höheren Betriebskosten, Deckungslücken und finanziellen Risiken bei Betriebsunterbrechungen führen.

Bei der gewerblichen Absicherung sind neben der Sachversicherung insbesondere Betriebsunterbrechungs-, Haftpflicht- und gegebenenfalls Umweltschadenversicherungen relevant. Unternehmen sollten prüfen, ob Batterieschäden, Brandfolgen, Stillstandszeiten und behördlich angeordnete Maßnahmen ausreichend erfasst sind. Wegen der zunehmenden Risiken können außerdem Vorgaben zu Brandschutz, Lagerung, Wartung und Dokumentation für den Versicherungsschutz an Bedeutung gewinnen.